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Reiseführer-Notizen

 

Ligurien

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Einkäufe. Das berühmte Handeln um den Preis, das für viele Fremde geradezu eine Ehrensache geworden ist, beschränkt sich eigentlich auf den Straßenhandel, während die Preise in den Geschäften Festpreise sind. Was sich in kleineren Geschäften am Preis abhandeln läßt, lohnt meist nicht die aufgewandte Mühe (auch muß leider gesagt werden, daß gerade Deutsche wegen ihrer hartnäckigen Handelssucht, wo es unangebracht ist, in Italien keinen schmeichelhaften Ruf genießen). In Geschäften braucht man sich keinerlei Sorge wegen Übervorteilens zu machen, der Fremde bezahlt die Ware nicht teurer als jeder Einheimische. Neben Erzeugnissen aus Wolle und Seide sind es vor allem die handwerklichen und kunstgewerblichen Erzeugnisse, die gerade in der Toskana verlocken. In Ligurien sind es hauptsächlich Stickereien, Spitzen, Samte.
Läden und Geschäfte öffnen morgens um 9 Uhr, machen eine Mittagspause und schließen um 19.30 oder 20.00. Geschäfte ohne Angestellte haben oft bis spät abends geöffnet. Sonntags sind nur vormittags die Lebensmittelgeschäfte (und Tabaktrafiken = tabacchi) offen. Friseure arbeiten sonntags, schließen dafür montags.
Staatlich anerkannte Feiertage sind außer den Sonntagen die folgenden: Neujahr, Epiphania (6. Januar), San Giuseppe (Josefi) 19. März, Ostermontag (praktisch bedeutungslos), Jahrestag der Befreiung am 25. April, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Gründungstag der Republik am 2. Juni, Fronleichnam, Peter und Paul (Santi Pietro e Paolo am 20. Juni), Mariä Himmelfahrt ("Ferragosto", 15. August), Allerheiligen (1. November, Ognissanti), Waffenstillstandstag (1918) am 4. November, Mariä Empfängnis (8. Dezember), Weihnachten und Santo Stefano (26. Dezember).

Museen und Kirchen. Der Besuch der staatlichen, provinzialen und städtischen Museen (Museo nazionale, provinciale, civico) und staatlichen Denkmalstätten kostet werktags in der Regel 100 bis 200 Lire, sonntags ist der Eintritt in die staatlichen Kunststätten frei. Lehrer, Studenten, Schüler erhalten meist Ermäßigung, besondere Berufsgruppen (Künstler, Presse) können sich - wegen gebührenfreien befristeten Ausweisen an die italienischen Konsulate wenden (spätestens einen Monat vor Reiseantritt). Die öffentlichen Sammlungen sind im Winter durchgehend von 10-16 Uhr, im Sommer von 9-12 und 15-18 Uhr geöffnet, manchmal mit halbstündigen Abweichungen; sonntags nachmittags ist fast überall geschlossen. In kleineren Orten muß man sich zur Besichtigung oft an die Direktion und den Kustoden wenden.
Die Kustoden haben keinen Anspruch auf Trinkgelder, auch nicht, wenn sie einzelne verschlossene Werke, die nur durch ihn geöffnet werden, zeigen oder sich zu Führungen erbieten; dies gilt natürlich nicht für die amtlich zugelassenen und als solche kenntlichen Führer.
Kirchen sind von den frühen Morgenstunden bis Sonnenuntergang offen, mittags oft einige Stunden geschlossen. Kleinere Kirchen, Kapellen, Oratorien, die gewöhnlich nur frühmorgens einige Stunden offen sind, kann man auch zu anderer Tageszeit besichtigen, wenn man sich an den in der Nähe wohnenden Sakristan wendet. Kirchenschätze usw. sind oft nur in Begleitung des Sakristans zu besichtigen, mit oder ohne Eintrittsgebühr (in letzterem Falle wird ein Trinkgeld erwartet).
Über die größeren Museen und Sammlungen gibt es fast überall allgemeine oder spezielle Kataloge, die den Interessierten ausführlich und meist sehr gut unterrichten. Der vorliegende Reiseführer beschränkt sich daher bei deren Beschreibung auf allgemeine Hinweise über Art und Inhalt der Sammlung und deutet nur die Hauptwerke an.

Theater und andere Veranstaltungen. Staatliche und städtische Theater mit ständiger Spielzeit sind in Italien unbekannt. Es gibt auch keine Repertoirebühnen entsprechend dem deutschen System, weder für Schauspiel noch für Oper. Die wenigen großen Opernbühnen des Landes (Mailand, Rom, Neapel, Venedig, Genua, Bologna, Florenz, dazu einige andere mit ganz kurzen Spielzeiten) sind öffentlich-rechtliche Körperschaften mit Subventionen aus verschiedenen Quellen, sie haben nur ständiges Verwaltungs- und technisches Personal, das künstlerische Personal wird für jede Spielzeit neu verpflichtet, Solisten immer nur für Aufführungsserien eines Werkes (ausländische Werke wie die von Wagner werden heute fast stets in Originalsprache mit entsprechender ausländischer Besetzung aufgeführt).
Die Spielzeit beginnt erst im Dezember und endet spätestens im Mai, oft ist sie sehr viel kürzer. Im Frühjahr und im Herbst werden gern Konzertspielzeiten durchgeführt. Auf Schauspielbühnen treten wandernde, für jede Spielzeit neu gebildete Schauspielertruppen (mit staatlicher Subvention) auf, die sich meist um einen Star gruppieren, ebenso in den kleineren Opernhäusern, welch letztere aber keine gültige Vorstellung von italienischer Opernkunst vermitteln. Einen so regen und vor allem ständigen Theater- und Konzertbetrieb wie in deutschen Städten kennt man in Italien nirgends. Bei den Abendaufführungen der großen Opernbühnen (nicht täglich) genügt allgemein (außer bei Premieren) einfacher schwarzer Anzug für Herren.
Die Eintrittspreise sind ziemlich herb, Logen können nur im ganzen und nicht platzweise gemietet werden. Die Vorstellungen beginnen gewöhnlich um 21 Uhr ("Matinees," um 15 oder 16 Uhr), Pausen finden nach jedem Akt statt. In den großen Opernhäusern ist das Rauchen im Zuschauerraum verboten, sonst ist es überall üblich.
In den Kinos wird durchgehend gespielt, es gibt keinen Vorverkauf, keine numerierten Plätze innerhalb der Preisgattungen, man kommt und geht auch während der Vorstellungen, Rauchen ist erlaubt. Die letzte Vorstellung beginnt nicht vor 22 Uhr. Die Erstaufführungstheater, die für Fremde allein in Betracht kommen, sind auf allen Plätzen ziemlich teuer (im Sommer billiger), die Nachspieltheater kosten etwa die Hälfte. An kleinen Orten sind die Vorführungsapparate gewöhnlich schlecht, die Platzanweiserinnen erwarten ein kleines Trinkgeld.

Trinkgeld. In den Hotels und Restaurants ist das Trinkgeld seit langem durch einen festen Bedienungsgeldzuschlag abgelöst worden, der manchmal auf der Rechnung erscheint, manchmal in den Preis einkalkuliert ist. Man pflegt jedoch, mehr als in Deutschland, fast immer eine Kleinigkeit extra zu geben oder die Summe aufzurunden. In den Bars legt man dem vorher an der Kasse gelösten Bon an der Theke nur noch selten ein Münze bei, wenn man Espresso nimmt. In den Hotels richtet man sich wie überall nach der Inanspruchnahme, bei bloßer Übernachtung gibt man nichts, stets gibt man dem Hausdiener fürs Gepäck. Sehr viel helfen Trinkgelder im Speisesaal, wenn man aufmerksam bedient sein will und Sonderwünsche hat. Wesentlich ist, in den Hotels gleich bei der ersten Gelegenheit zu geben, nicht erst am Schluß des Aufenthaltes.
Auch bei allen möglichen sonstigen Dienstleistungen werden kleine Trinkgelder erwartet, man sei deshalb immer mit Kleingeld versehen. Richtig zu geben erfordert Übung und Takt: ebenso falsch wie grundsätzlich nichts zu geben ist es, übertrieben zu geben; der Italiener ist gegen alle Art von Übermaß und Grenzüberschreitung instinktiv mißtrauisch. Aber auf die Dauer lohnt es sich gerade in Italien immer, mit Trinkgeldern nicht zu sehr zu sparen.

Sprache. In den großen Städten und Fremdenorten Italiens kann man sich mit Deutsch, Englisch, vor allem aber Französisch auch außerhalb der Hotels verständlich machen, zumal auch der einfachste Italiener von rascher Auffassungs- und Kombinationsgabe ist und im Umgang mit Fremden Übung hat. Bahn und Polizei haben jetzt vielfach Dolmetscher eingesetzt, die an Armbinden mit der entsprechenden Aufschrift "Français", Deutsch" usw. kenntlich sind und meist über hinreichende Sprachkenntnisse verfügen. In den abseits vom Verkehr gelegenen Gegenden wird die sprachliche Verständigung, trotz aller Gestik, bisweilen schwierig. In der Toskana hat man jedoch den Vorteil, daß die Dialekte der italienischen Schriftsprache so nahestehen, wie nirgends sonst in Italien, und daß daher die geringste Kenntnis des Italienischen verwertet werden kann. Die reinste Aussprache findet man im Gebiet von Siena; auch dem Fremden auffallend ist die besonders in Florenz übliche Aspirierung des k-Lautes, der fast zu einem harten deutschen ch wird. Aus dem Toskanischen des 13. Jh. hat sich bekanntlich die heutige italienische Hochsprache entwickelt. Für den, der ein gutes Italienisch lernen will, ist jedoch der Aufenthalt gerade in der Toskana das Empfehlenswerteste, und nicht umsonst sind die Sprachkurse der Universität in Siena die meistbesuchten Einrichtungen dieser Art in Italien.
In Ligurien wird ein Dialekt gesprochen, der für den Fremden kaum verständlich ist; doch gilt auch hier wie in ganz Italien, daß sowohl Gebildete wie Ungebildete ihren jeweiligen Dialekt und die Hochsprache sprechen, ohne jede soziale Stufung. Und die Bewohner der Riviera sind durch den Fremdenverkehr mehr als die der kleineren Orte der Toskana auf Ausländer eingestellt. Zu empfehlen ist, sich unbedingt die Zahlwörter zu eigen zu machen, dazu beachte man nach Möglichkeit die Betonung der Orts- und sonstigen Eigennamen, da der Ton auf der vorletzten Silbe durchaus nicht so regelmäßig ist, wie oft angenommen wird, ganz besonders in Ligurien (z. B. Génova, Chiávari, Lévanto, das Beiwort Lígure in vielen Ortsnamen). Hier ist diese Betonung meist durch den Akzent angezeigt, der aber an sich nur bei Endbetonung geschrieben wird.

Kleidung. Der Italiener legt ganz allgemein großen Wert auf eine gepflegte und vor allem den jeweiligen Anlässen und Umständen angemessene äußere Erscheinung: Was sich an der See und auf dem Lande schickt, paßt nicht zum Auftreten in der Stadt; Straßenkleidung gehört nicht ins Theater und zu sonstigen Veranstaltungen gesellschaftlichen Ranges (in den großen Opernpremieren z. B. ist Gesellschaftsanzug, für Herren Frack oder Smoking, geradezu vorgeschrieben, man wird sonst einfach nicht hineingelassen, höchstens auf die Galerie). Manches Milieu läßt Erleichterungen in der Kleidung zu, aber außerhalb dessen ist der Italiener gern vollständig angezogen, Herren gehen nicht ohne Jacke, mag es noch so heiß sein, Damen nie und nimmer in Hosen oder gar in Shorts usw. Kleinigkeiten werden Ausländern ohnehin gern nachgesehen, aber wer es nicht liebt, durch nachlässige oder zu freie Kleidung Aufmerksamkeit zu erregen, muß sich der Landessitte anpassen, so sehr man sich seit dem Kriege an gewisse Eigentümlichkeiten z. B. der Amerikaner gewöhnt haben mag.
Besonders beachte man die Kleidervorschriften beim Besuch von Kirchen: der Anstandsbegriff im Süden ist ein anderer, wenn man will äußerlicher, doch ist er nun einmal gegeben und hat seinen Grund.

Alkoholgenuß. Keine Ferienstimmung sollte einen dazu bestimmen, sich über diese Dinge hinwegzusetzen, alle Arten von Maßlosigkeit, im Guten wie im Schlechten, sind dem Südländer und besonders dem Toskaner verdächtig und gelten ihm als ein Zeichen mangelnder Bildung und Kultur. Dazu gehört auch das Alkoholbedürfnis vieler Menschen aus nördlicheren Ländern. Der Italiener ist von Natur aus äußerst mäßig. Wein ist sein Getränk bei Tisch (und auch dann noch oft mit Wasser verdünnt), die Gewohnheit des Zechens ist ihm völlig fremd. Es gibt nur höchst selten Betrunkene, dem steht schon das Klima entgegen, und wenn je einmal, dann lacht niemand über einen solchen, dessen Auftreten eher ein Skandal ist. Schon rein mengenmäßig hat der Südländer ein geringeres Flüssigkeitsbedürfnis als sein Gast aus kühleren Klimazonen; und zudem benötigt seine andere Natur keine alkoholische Aufpulverung, um lustig zu sein.

Badegewohnheiten und Wandersport. Das Bedürfnis vieler Feriengäste aus dem Norden, an allen möglichen und unmöglichen Stellen und bei jedem Wetter zu baden und zu schwimmen, ist dem Italiener gleichfalls unverständlich; über Land zu wandern, zu Fuß oder zu Rad, verbietet sich zum Teil von selbst, vor allem also im Sommer, dann aber auch, weil der Genuß meist durch die mannshohen Steinmauern zwischen den Grundstücken illusorisch würde; immerhin eignet sich Mittelitalien dazu noch eher als etwa der Süden, und wer mit den Leuten auf dem Lande Kontakt bekommen will, was ganz neue Eindrücke vermittelt, sollte ruhig einmal durch das Hügelland der Toskana, im Chiantigebiet um Florenz oder Siena, einen Tag über Land gehen, wozu man allerdings die Sprache kennen sollte. Rucksäcke und kurze Hosen bei dieser Gelegenheit sind etwas, was immer wieder Verwunderung erregt, und gar Frauen in solcher Aufmachung blickt man kopfschüttelnd nach.

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