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Ligurien

Riviera di Levante

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Genua
Riviera di Ponente
La Spezia

von West nach Ost:

RIVIERA. Die Bezeichnung Riviera bedeutet an sich weiter nichts als Ufer oder Küste und wird daher in verschiedenen Gegenden Italiens angewandt (z. B. Riviera Adriatica, Küste an der Adria; Riviera Amalfitana, die Küste um Amalfi; Riviera Gardesana, die Gardasee-Ufer). Die ligurische Riviera, mit der Riviera di Ponente von Genua bis an die französische Grenze, und der Riviera di Levante westlich Genua bis gegen La Spezia, ist wegen ihres milden, sehr südlichen Klimas früher ausgesprochenes Winterkurgebiet gewesen und wird trotz ihres oft felsigen, meist steinigen und nur gelegentlich sandigen schmalen Strandes erst neuerdings auch zum Sommeraufenthalt besucht; landschaftlich ist sie eines der bevorzugtesten Gebiete Italiens.

CAMOGLI (Pr. Genua), am Golf von Genua, nahe dem Ansatz der Halbinsel Portofino, ist eine wundervoll gelegene kleine alte Stadt mit regelrechten Hochhäusern dicht am Fischereihafen, während rückwärts die Hänge hinan viele Villen und Gärten entstanden sind. Das charakteristische Städtchen ist bekannt gewesen als Heimat kühner Seefahrer zur Zeit der genuesischen Republik, hat aber auch eine Reihe trefflicher Maler, und Bildhauer hervorgebracht, von denen die Kirche Santa Maria Assunta ausgeschmückt wurde.
Der Strand ist etwa 300 m lang, Gemisch von Sand und Kiesel, zwei Badeanstalten.

SANTA MARGHERITA LIGURE (Pr. Genua), vgl. auch Rapallo. An der tiefsten Stelle des Golfes von Rapallo, aber mit freierem Blick in schöner, geschützter Lage, trotz meist felsigem oder kiesigem Strand auch im Sommer viel besucht. Außer Rapallo der größte Kurort der östlichen Riviera. 12 000 Einw., von der Mailänder Zweitbevölkerung auch kurz Santa genannt.
Sehenswürdigkeiten: Pfarrkirche S. Margherita 1770, 1876 grundlegend erneuert; dreischiffig mit reicher Stuckvergoldung. Auf der Piazza Mazzini Denkmal Mazzinis von Capurro (1893) und Municipio mit Oratorio eine Madonna di Suffragio (1523), rest. 1881.

RAPALLO (Pr. Genua), 17 000 Einw., der bekannteste Winterkurort der Riviera di Levante, jetzt auch als Seebad viel besucht, ist ein modernes Städtchen in schöner Lage an seinem Golf, der neuerdings mit einem antiken Namen, der von den Tiguliern, seinen alten Bewohnern, stammt, wieder als Golfo Tigullio bezeichnet wird. Im weiteren Sinn gehören zum Gebiet von Rapallo oder Golfo Tigullio alle Kurorte und Städtchen von Portofino bis Sestri Levante, und der fast gleich bedeutende Nachbarkurort Rapallos, Santa Margherita Lgure, ist nur durch einen Bergvorsprung von ihm getrennt und wird wegen seiner freieren Lage von vielen bevorzugt.
Rapallo ist von sanften Höhen geschützt, die von Olivenhainen, weiter oben von Buchen, Kastanien und Pinien bestanden sind. Im Norden wird der Höhenzug durch zwei Taleinschnitte unterbrochen. Die Altstadt, die nichts Besonderes zu bieten hat, drängt sich auf der Ostseite der Talbucht zusammen, die neuen Stadtteile ziehen sich gegen Westen in Gruppen von Häusern und Villen die Höhen hinan, zwischen üppiger Vegetation, mit breiten schattigen Straßen zwischen den Gärten. Die Bucht entlang führt eine breite Seepromenade.
Der Strand ist klein und nicht feinsandig, wie überall hier an der Küste.
Geschichte : Rapallo war im Altertum Sitz der Tigulier. Im 6. Jh. wurde sie mit Mauern umzogen, die 641 durch den Langobarden Rotari zerstört wurden. Als freie Stadt hatte sie sich im 11. und 12. Jh. der Pisaner und Genueser zu erwehren, bis sie 1229 in genuesische Hände kam, die hier ein Kastell erbauten. Im 15. Jh. hatte die Stadt unter den Kämpfen der Guelfen und Ghibellinen zu leiden; 1432 fiel sie in die Hände der Venezianer und 1549 wurde sie durch den algerischen Korsaren Dragut geplündert und ein Teil ihrer Bewohner in die Gefangenschaft verschleppt.
Sehenswert: Östlich das Kastell aus dem 16. Jh., westlich der Kursaal und der schöne Stadtpark (Giardino Pubblico), weitere Strandanlage. Eine Spezialität Rapallos und der ganzen Zone ist die Spitzenklöppelei.

Ausflüge von Rapallo
1. Drahtseilbahn und Fahrstraße (10 km) zur hochgelegenen Wallfahrtskirche Nostra Signora di Montallegro (612 in), gegründet 1557, Marmorfassade im gotischen Stil. Aussichtspunkt.
2. Zum Kloster Valle Christi, Ruine der 1204 errichteten Kirche im Bogo-Tal, 3 km.
3. Nach Portofino (auch: Portodelfino), wundervolle Küstenstraße, über (3 km) Santa Margherita Lígure (vgl. dieses), dann südwärts, am Vorgebirge hin in zahlreichen Kurven; rechts auf halber Höhe die Kartause Cervara (1361 gegründet) dann links auf Klippe im Meer das neu ausgebaute Kastell von Paraggi; 8 km Portofino, einst ein Fischerdorf in der engen Bucht, heute ein viel besuchter Fremdenort (meist mondäne Gesellschaft, die von Orten wie Capri abwanderte). Auf der Höhe über dem Hafen die kleine Kirche San Giorgio mit Reliquien des hl. Georg, unweit das gleichnamige Kastell (heute Privatbesitz), beide mit weiter Fernsicht. Den südlichsten Punkt des Vorgebirges von Portofino kann man nur in lohnender Bootsfahrt erreichen (San Fruttuoso, ehemalige Benediktinerabtei, bereits 986 erwähnt, frühgotische Kirche. Kreuzgang mit Grabmälern der Doria von 1275-1305, malerische Felsenbucht). Fußweg (100 Min.) zur Höhe des Vorgebirges (450 m), Portofino Vetta, einst und wieder ein gutes Hotel.

ZOAGLI (Pr. Genua), 2300 Einw., südöstlich Rapallo, an einem schmalen Tal zwischen hohen, mit Oliven bestandenen Hügeln, wird heute wie alle diese Küstenorte gleichfalls als Erholungsort und kleines Seebad besucht, begünstigt durch die Nähe Rapallos. An der felsigen, scharf gezackten Küste viele Pinien.
Der Hauptstrand, 900 m lang, zieht sich unterhalb des Bahnviadukts hin; außerdem drei andere kurze Strandstücke, sämtlich kiesig. Zoagli ist durch seine alte Heimindustrie von Samt bekannt, mit der viele Frauen hier beschäftigt sind. Vgl. Rapallo. CHIAVARI (Pr. Genua), 10 km südwestlich Rapallo, wie das benachbarte Lavagna-Cavi einer der schönsten Badeorte an der Riviera di Levante. Die etwa 21 000 Einw. zählende Stadt hat einige Industrie (Schiffsbau, Möbel, Schiefer), Klöppelei.
Guter, feinsandiger Strand, alle Einrichtungen eines besuchteren Seebades.

LAVAGNA und CAVI (Pr. Genua), nahe Chiávari in der Küstenebene des Flusses Entella, werden beide neuerdings als Seebad sehr besucht. Das umliegende Land ist reich an Oliven und Pinien, im Westen steht das Vorgebirge von Portofino breit im Meer. In Lavagna wird viel Schiefer verarbeitet, die Tafel in der Schule heißt geradezu "lavagna", beide Orte zusammen haben etwa 10 000 Einw. Im Mittelalter war Lavagna der Sitz der Grafen Fieschi, aus deren Familie Papst Innocenz IV. (1243-54) stammt.
Der Strand liegt jenseits der Bahn, fällt sanft ab, ist aber nicht feinsandig.

SESTRI LEVANTE (Pr. Genua), kleine Hafenstadt mit 17 000 Einw. und Seebad, auch als Winteraufenthalt geeignet, liegt in einer Schwemmlandebene mit felsigem Vorgebirge, am Südrand des Golfs von Rapallo. Schöner Gebirgshintergrund, weiter Blick die Küsten entlang.
Guter Badestrand mit feinem weichem Sand.
Die Isola genannte Halbinsel hat mehrere Barockkirchen, kleine maurische Kirche San Nicolò (1151), schöne Villen und Gärten (Park des Grande Albergo dei Castelli gegen Eintritt zu besichtigen). Im Palazzo Rzzi sehenswerte Pinakothek. Gute Kureinrichtungen.
Ausflüge : Der zu Sestri gehörende Ort Riva Trigoso (2 km) hat eine wichtige Schiffswerft, 1 km südlich an schöner Bucht kleines Seebad.
- Ein lohnender Spazierweg, etwa 1 Std., zum Monte Castello (265 m) mit dem Telégrafo (der alten optischen Signalstation), weite Aussicht. Von hier aus auch die erste Funkverbindung nach Amerika (Marconi).
- Schöne Ausflugsorte sind die Städtchen an den Felsen fern der landeinwärts verlaufenden Straße, bis Lévanto, mit der Bahn oder im Boot.

LEVANTO (Pr. La Spezia), Winterkurort und Seebad an der Riviera di Levante, unmittelbar nördlich der Cinque Terre (vgl. diese), an einer tief in die Felsenküste geschnittenen Meeresbucht, umgeben und geschätzt von einem weiten Kreis amphitheatialisch aufsteigender Berge, zwischen Hängen dichter Oliven- und Pinienhaine, Palmen, Agaven und Orangen. Das 7000 Einw. zählende Städtchen wird von einem mittelalterlichen Kastell überragt, die Stadtmauer (14.-16. Th.) ist stellenweise noch gut erhalten. Einige andere Bauten: Loggia. del Comune (13. Jh.), Casa Restani (13. Jh.), S. Andrea (13. und 15. Jh.), Franziskanerkirche (Chiesa dei Francescani, 17. Jh.).
Strand etwa 800 m, sandig, leicht, geneigt. Der Blick vom Strand aus reicht morgens zuweilen bis zu den Alpengipfeln bei Turin.

CINQUE TERRE ist die Bezeichnung der fünf früher nur vom Meer her zugänglichen Orte an der Steilküste der Riviera di Levante nordwestlich von La Spezia, die jetzt allerdings durch eine Straße von La Spezia nach Lévanto auch untereinander verbunden werden. Seit Eröffnung der Küstenbahn Genua-Pisa, die infolge der vielen Tunnels von der Landschaft keinen redeten Eindruck vermittelt, jedoch einfach zu erreichen.
Es ist eine der schönsten Meereslandschaften Italiens, die man im Boot abfahren sollte, von Ort zu Ort, oder man nehme wenigstens in einem von ihnen kurzen Aufenthalt.
Am besten eignet sich zu längerem Aufenthalt Monterosso, 2000 Einw., der größte und nördlichste dieser malerischen Orte zwischen den Felsen, der auch am Meer über ein Strandbad verfügt (Kirche aus dem 14. Jh., Kapuzinerkloster, genuesisches Kastell). Der nächste Ort Vernazza ist noch ganz mittelalterlich und hat vielleicht die schönste Lage. Dann folgen Corniglia und Manarola, beide mit alten Kirchen; von Manarola führt, lange als einziger Landweg an dieser Küste, die sogenannte Via dell'amore ins südlichste Riomaggiore, gleichfalls mit Kirche eigenartigem Kastell aus dem 14. Jh. Die ganze Landschaft erzeugt den berühmten, ziemlich süßen Wein der Cinque Terre (sciachetrà).

SARZANA (Pr. La Spezia), Bahnknotenpunkt, Stadt mit 17 000 Einw., lohnt einen Besuch wegen seines guterhaltenen altertümlichen Stadtbildes (Stadtmauer aus dem 15. Jh.) und der gotischen Kathedrale (1355-1474 neu erbaut) aus weißem Marmor, in der das früheste datierte Tafelbild (gemaltes Kruzifix) Italiens (Meister Guilelmus, 1138) zu sehen ist. Pisanische Zitadelle (1488 und 1496 umgebaut), außerhalb das Kastell Sarzanello (Fortezza di Castruccio), aus dem 10. Jh., Neubau 1322. Sarzana wurde um 1200 von den Bewohnern des alten etruskisch-römischen Luna gegründet; die Ruinen (4 km) des heute Luni genannten Ortes (nach dem die ganze Landschaft noch heute Lunigiana genannt wird) sind nicht erheblich, im wesentlichen nur das Amphitheater, die Ruinen einer altchristlichen Kirche und 100 m weiter entfernt das Antiquarium Lunense mit Ausgrabungsfunden - doch ist der Platz eindrucksvoll.

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