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Reiseführer-Notizen

 

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Über das Klima Italiens sind noch immer viele volkstümliche, aber falsche Vorstellungen im Umlauf. Der entscheidende Unterschied zwischen dem Klima Mitteleuropas und Italiens schlechthin ist nicht etwa eine höhere bzw. geringere Niederschlagsmenge im Jahr, sondern deren andere Verteilung: Winterregen und Sommerdürre im Mittelmeerraum.
Während in Mitteleuropa die Hauptniederschläge, mengenmäßig, in den Sommer (Juni-Juli) fallen, sind im Süden die Monate Juni bis September nahezu frei von Niederschlägen, und die Wintermonate Dezember-Januar weisen durchschnittlich höhere Niederschlagswerte auf als in Deutschland. Hinzu kommt die verschiedene Art der Niederschläge, mit langen leichten Regenfällen im Norden und kurzen, heftigen Regenstürzen in Italien.
Während die oberitalienische Ebene noch der subtropisch-gemäßigten Übergangszone angehört, hat die Riviera bereits das Klima der sommerdürren Subtropen; die fast regenlose, höchstens durch kurze Gewitter für wenige Stunden unterbrochene monatelange Trockenheit ist durch sengende Sonne, stahlblauen Himmel und weißgrauen Staub gekennzeichnet; erst im Herbst setzen die Regen ein, und in der ganzen kühlen Jahreszeit ist Regen sehr häufig und durch seine Heftigkeit oft länger als nördlich der Alpen.
Daher braucht sich bei einem Sommeraufenthalt in Mittelitalien niemand Sorgen über mögliches schlechtes Urlaubswetter zu machen; andererseits wird, wer in der kühlen Jahreszeit in den warmen Süden flieht, oft arg enttäuscht sein. Zwar ist die Sommer- wie die Wintertemperatur, mit den durch Meeresnähe oder Meeresferne bedingten Unterschieden, erheblich höher, eine Folge des Fehlens kühler Wasserströmungen im Mittelmeer; doch darf man nicht verallgemeinern, und es gibt durchaus Gegenden in Mitteleuropa mit Temperaturen, die höher sind als mancherorts in Italien. Damit soll gesagt sein, daß allgemein die Temperaturen nicht immer so hoch sind, wie man von Deutschland aus vielfach anzunehmen geneigt ist.
Hinzu kommt ein anderes - die Zahlenangaben der Meteorologen besagen über die Auswirkungen eines Klimas nicht alles. Während nämlich eine bestimmte Temperaturhöhe im Winter in Deutschland noch angenehm sein kann, weil vor allem die Bauart der Häuser und die Lebensgewohnheiten auf Schutz vor Kälte eingestellt sind, wirkt sie sich in Italien unter Umständen schon lästig aus, da alles auf Abwehr der Sommerhitze eingerichtet ist, die Heizmöglichkeiten mangelhaft sind, und die dicken Mauern einmal aufgenommene Kälte nach innen ausstrahlen. Dies wirkt sich in der heißen Jahreszeit wieder günstig aus, die enge Bauweise der Städte, die hitzeabwehrende Bauart der Häuser lassen einen auch relativ hohe Temperaturen nur selten unangenehm empfinden.
Der Einheimische selbst pflegt sich den jahreszeitlichen Temperaturschwankungen ohne große Gegenwehr anzupassen. Er beklagt sich meist sehr über Kälte oder Hitze, fügt sich aber ins Unvermeidliche, spart die teure (weil importierte und hochbesteuerte) Energie, läßt in Lokalen auch im Winter die Türen offen, verschafft sich bei Hitze keine besondere Erleichterung in der Kleidung, was ein Landesfremder oft gar nicht verstehen kann.
Aus alledem ergibt sich, daß man bei Reisen im Winter, will man einigermaßen seine Lebensgewohnheiten beibehalten, auf die großen Hotels angewiesen ist, die fast ebensolange heizen wie nördlich der Alpen und damit erst die dem Nordländer erwünschte Gemütlichkeit herstellen, die der Südländer nicht vermissen würde, weil er sowieso "die Straße" als sein eigentliches Heim ansieht und Wohnungen meist nur mit dem unbedingt Erforderlichen ausstattet.
Unsere Vorstellung vom warmen Winter und zu heißen Sommer des Südens ist also dahin zu korrigieren, daß auch in Italien ganz allgemein der Winter unangenehm zu sein pflegt und der Sommer nicht nur erträglich, sondern eben die "schöne Jahreszeit" ist, es sei denn, jemand ist gegen alle Art Wärme überhaupt empfindlich, und dann ist der gesamte Mittelmeerraum nicht das richtige Reisegebiet für ihn.

In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich allerdings die nordische Einstellung einigermaßen gewandelt: frühere Generationen kannten den Begriff des Winterkurorts, und die Riviera war ausgesprochenes Winteraufenthaltsgebiet. Mit dem Strukturwandel der Gesellschaft (und damit des Reisepublikums), der technischen Erleichterung des Fernreisens, und dem modernen Drang zum Wasser und zum Baden hat sich die Hauptreisezeit auch für Italien in den Sommer verlagert. Allerdings besteht vielfach noch der Irrtum, man könne im Mittelmeer auch in kälteren Monaten baden: ein Irrtum, den mancher erst an Ort und Stelle erkannt hat. Das Meer ist im Frühjahr noch kalt und verlockt nicht jedermann; erst im Mai-Juni erwärmt es sich und hält dann die Wärme bis tief in den Herbst hinein.
Der Südländer selbst badet nur in der Zeit von etwa Mitte Juni bis Ende August: für ihn ist Bade- und Strandleben ein gesellschaftliches, bestimmten Regeln und Fristen unterworfenes Ereignis, und wer "außerhalb der Saison" oder an dafür nicht "vorgesehenen" Stellen badet, wird deswegen gern belächelt.

Ist also die Scheu vor der sogenannten Sommerhitze im Süden unangebracht, so ist es etwas anderes mit der doch auch klimabedingten Insektenplage in der heißen Jahreszeit. Dies wird meist nicht genügend beachtet, man spricht zwar, in einem ganz übertriebenen Maße, von kriechendem Ungeziefer, übersieht aber das viel lästigere fliegende, gegen das man sich auch nicht so leicht schützen kann.
Eine allgemeine Regel ist, Fliegen und Mücken durch geschlossene Fenster bzw. Fensterläden abzuhalten. Zu empfehlen ist es, neben den verschiedensten chemischen und elektrischen Schutzmaßmahmen, auch bei offenem Fenster nachts die Vorhänge zuzuziehen, und wenn nichts helfen will, sich des Mückennetzes (zanzariera) zu bedienen, an das man sich schnell gewöhnen wird. Fliegen setzen sich bei Dunkelheit, sind aber bei Hellwerden morgens lästig, Mücken dagegen können gerade bei Dunkelheit äußerst unangenehm sein.
Vor Malariamücken braucht niemand Angst zu haben, die Malaria ist heute in ganz Italien ausgerottet.

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